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Was Sie über � Z?ndeln� wissen sollten



�Mein Sohn / meine Tochter spielt immer wieder mit Feuer. Ist mein Kind 'normal', ich mache mir große Sorgen.�

 

So oder �hnlich klagen oftmals Eltern, die Rat bei der Feuerwehr suchen. Ist das eine Situation für die Feuerwehr oder ist das ein Fall für den Psychologen?

 

Was veranlasst Kinder zum �Z?ndeln�, was geht in ihnen vor?

 

Kinder die gerne �Z?ndeln�, haben ein großes Interesse an Feuer. Sie sind gleichzeitig von seiner Lebendigkeit fasziniert. Wieder ist unser Sozialisationsauftrag gefragt, indem dem Kind Grenzen und Regeln beim Feuer machen aufzeigt und der richtigen Umgang damit gelehrt wird.

 

Abgesehen von einem entwicklungsgemäßen Interesse am Feuer machen, gilt es, psychodynamische Prozesse zu erkennen, die sich beim Kind abspielen. Feuer ist gef�hrlich, es verschlingt und vernichtet. Die Psychologie geht davon aus, dass wir beim Symptom des Z?ndelns auf sehr viel gehemmte Aggression (wie oftmals auch bei anderen Auff�lligkeiten) im Kind schlie�en können. Urs�chlich kann diese gehemmte Aggression aus einer sehr rigiden, autorit�ren, einengenden Erziehungshaltung heraus entstehen, die das Kind dazu bringt, seine Oppositionshaltung, seinen Drang nach Freiheit auf diese Weise abzureagieren.

Jedoch auch eine wenig klare, für das Kind, verwirrende und sp�rlich Regeln und Grenzen setzende, eher verw�hnende Erziehungshaltung kann zu diesem Spiel mit der Gefahr und dem austesten der Grenzen (�wann verbrennt es mich?�) f�hren.

 

Im pädagogischen Alltag des Kindergartens, der Tagesst�tte oder der Schule sollte unbedingt vermieden werden, überzureagieren oder das Z?ndeln gar als Vorstudium von Pyromanie zu pathologisieren. Vielmehr gilt es, dem Kind vorbeugende Gelegenheit zu Lernprozessen zu geben. Diese zeigen ihm, wie weit es m�glich ist, seine Eigenaktivit�t und seine Abenteuerlust auszuleben und zu erfahren und wo Regeln und Normen eingehalten werden m�ssen.

 






Bedeutung des Begriffs � Z?ndeln�

 

Oftmals wird das Wort � Z?ndeln� als negativer Begriff verstanden. Kinder, die gerne z�ndeln, haben ein großes Interesse an Feuer. Z?ndeln ist ausprobieren, versuchen und erfahren unter Anleitung eines Erwachsenen. Kinder haben einen großen Entdeckungsdrang. Sie m�ssen die Gelegenheit haben, ihre Umwelt aktiv zu erleben. Kinder die mit Feuer spielen sind keine potenziellen Brandstifter. Durch aktives �ben und Ausprobieren erhalten die Kinder eine gr��ere Handlungsübersicht. Aus diesem Grund ist die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Tagesst�tten sowie Schulen von besonderer Wichtigkeit und Bedeutung und unerl�sslich.

 

Kinder mit auff�lligem Verhalten provozieren uns nicht, weil sie � b�se� sind, sondern sie wollen uns Botschaften, Hilferufe senden. Doch was fehlt den Kindern, wie sollen wir als Berater / Beraterin der Feuerwehr reagieren, was sagen wir den Eltern?

 

Berater der Feuerwehr sind weder Psychologen noch Therapeuten, aber sie können helfen, die Auff�lligkeiten des Kindes zu hinterfragen und sie können Hinweise dazu geben, wie sich ein Kind richtig verhalten muss und wie die Eltern oder Pädagogen unterstützen können.

 

 






Welche Voraussetzungen sollte der Berater / die Beraterin der Feuerwehr mitbringen?

 

Der Berater/ die Beraterin sollte die F�higkeit besitzen, sich auf die Ebene des Kindes einzulassen.

 

Wichtig: Der Berater / die Beraterin sollte dennoch nicht die Kompetenzen überschreiten und psychologische Aufgaben übernehmen. Die eigenen Kompetenzen sollten hier richtig eingeschützt werden. Es ist kein Zeichen von Schw�che, wenn man sich diese Aufgabe nicht zutraut. Es ist ein Zeichen von St�rke weiter zu vermitteln. Wenn Ihnen kein weiterer Ansprechpartner bekannt ist, können Sie sich jederzeit an die Koordinierungsstelle wenden. Er/Sie sollte sich auf ein Vertrauensverhältnis mit dem nötigen Ma� an Respekt einlassen können.

 

Zusammenarbeit mit Eltern

 

Es ist besonders wichtig und unumg�nglich, mit den Eltern ein Gespr�ch zu f�hren. Die Mitarbeit der Eltern ist unerl�sslich. Nur eine flankierende Elternarbeit kann zu einem guten Ergebnis f�hren. Es sollte auch darauf hingewiesen werden, welche Rolle die Eltern haben. Hier m�ssen die Eltern zur Mitarbeit aufgefordert werden unter anderem sollte Ihnen auch die Wichtigkeit der Brandschutzerziehung deutlich gemacht werden. Gleichzeitig sollte auch darauf hingewiesen werden, dass sie auch zu Hause mit dem Kind mal eine Kerze anz?nden. Denn nur wer unter Aufsicht eines Erwachsenen �bt, verhindert ein heimliches kokeln und minimiert somit das Risiko von Sach- oder auch Personensch�den. Au?erdem sollte auch deutlich gemacht werde, dass die Aufsichtspflicht bei den Eltern liegt.

 

Zusammenarbeit mit dem Kind

 

Das Gespr�ch mit dem Kind sollte ohne Anwesenheit der Eltern durchgef?hrt werden. Somit hat das Kind die Möglichkeit, sich auf ein Gespr�ch einzulassen, ohne dass es durch die Anwesenheit der Eltern verunsichert wird.

 

M�glicher Ablauf eines Gespr�ches mit dem Kind

  • Das Kind sollte die Situation aus seiner Sicht erz�hlen
  • Es können Zeitungsartikel vorgelesen werden, wo z. B. durch zündelnde Kinder etwas in Brand geraten ist. Es kann dann besprochen werden, wodurch das Feuer entstanden ist und wie das Feuer h�tte vermieden werden können.
  • Das Kind sollte aufzeigen, was passiert w�re, wenn das Feuer sich ausgebreitet h�tte
  • Der Berater/ die Beraterin sollte dann auch deutlich machen, was alles passieren k�nnte; z.B. wenn man in der N?he eines Waldes z�ndelt, das Hasen, Igel, Rehe sterben können. Kein Kind m?chte, dass irgendjemand zu Schaden kommt. Sie können oftmals nur nicht das Ausma� einsch�tzen.
  • Gemeinsam überlegen, wo denn Feuer gemacht werden kann, z.B. Lagerfeuer .Vor allem aber auch, welche Voraussetzungen gegeben sein m�ssen, damit man ein Feuer machen darf z.B. nur mit einem Erwachsenen. Denn Feuer ist ja nicht nur gef�hrlich, sondern auch nützlich und sch�n.
  • Es kann erarbeitet werden, was nützliche Feuer sind und wann ein Feuer auch sch�n und angenehm sein kann.
  • Ein wichtiger Aspekt ist auch, dem Kind zu vermitteln, wie es sich richtig verhält, wenn es mal brennt.

 

Zusammenarbeit mit Pädagogen

 

Es ist sinnvoll, die Einrichtung, Schule oder den Kindergarten zu kontaktieren. Die Pädagogen können dann das Thema aufgreifen und dieses begleitend behandeln. So ist gewährleistet, dass wichtige Aspekte noch einmal besprochen werden. Es hat auch die Effektivit�t, dass sich die ganze Gruppe (Klasse) der Thematik annimmt.

 

Zum Abschluss macht es Sinn, dem Kind z.B. anzubieten, wenn es bis zu einem festgelegten Termin nicht mehr gez�ndelt, dass dann eine überraschung auf ihn wartet. Diese überraschung wird aber nicht verraten, sondern erst an dem festgelegten Termin mitgeteilt. Die überraschung kann eine Besichtigung der Feuerwehr sein, die aber dann nur mit diesem Kind durchgef?hrt wird. Die überraschung hat den Effekt, dass das Kind nun den Ansporn hat, nicht mehr zu z�ndeln.

 

Diese Ideen und Anregungen sind nur ein kleiner Teil zu dieser Thematik. Weitere Inhalte und Verhaltensm�glichkeiten sind ein Bestandteil bei dem Fortgeschritten Seminar des Landesfeuerwehrverbandes NRW in Form eines Workshops. Termine und Anmeldungshinweise gibt es auf dieser Internetseite.

 

Sollten darüber hinaus noch Fragen sein, steht Ihnen die Koordinierungsstelle zur Verfügung.